Rückkehr der Körperfresser

Neues zur Ethik der fleischlosen Ernährung: Elisabeth Raether hat in ihrem Blog  sieben Gründe zusammengetragen, „warum Vegetarier und Veganer falsch liegen“.

Ich überspringe die sechs Gründe, die eher politische, wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte betreffen und konzentriere mich nur auf den ethischen Aspekt. Der Meinung, man dürfe Tiere nicht töten, nur weil sie Tiere sind, hält Raether entgegen, dass sie „nicht auf Fakten beruht.“ Mehr noch:

Es gibt wenige Untersuchungen und wenige empirische Ergebnisse zur Gefühlswelt von Tieren. Was der Tod für ein Tier bedeutet – darüber gehen die Auffassungen auch unter den Tierethikern weit auseinander.

Da es sogar beim Menschen sehr schwierig ist, genau anzugeben, was der Tod für ihn bedeutet, will ich gerne akzeptieren, dass wir kaum etwas darüber wissen, was der Tod für Tiere bedeutet. (Immerhin wissen wir, dass die berühmte Gorilla-Dame Koko ihn als „Gemütlich“ – „Höhle“ – „Auf Wiedersehen“ erklärte.)

Nur: Was folgt daraus? Dass wir Tiere ohne Bedenken töten und essen dürfen? Das ist ethisch zu kurz gedacht. Gewöhnlich leuchtet uns nämlich die Heuristik der Vorsicht mehr ein: Wenn es sein könnte, dass meine Handlung anderen Interessen zuwiderläuft, ich das aber nicht sicher weiß, scheint es geboten zu sein, die Handlung zu unterlassen, bis ich bessere Informationen habe. Genauso will ich schließlich auch von allen Anderen behandelt werden, die ihrerseits zu wenig Informationen über meine Interessen haben.

Fleischessen ist ethisch bislang nicht gerechtfertigt, im Gegenteil. Auch wenn dieses Wissen nicht viele vom Biss in die Bratwurst abhält, sollten sie so aufrichtig sein, das zuzugeben.