Nachwort zum Ampelweibchen

Wer gerne Talkshows sieht, muss auch mit missliebigen Ausgaben leben. Die Gender-Diskussion bei „Hart aber fair“ bewegte sich diesen Montag leider nicht immer über das Niveau des Titels („Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“) hinaus. 
Aus meiner Sicht begann die Sendung mit ihrem Tiefpunkt: Moderator Plasberg legt als Thema das Problem „Ampelmännchen“ fest und fragt den Zuschauer dann in der Anmoderation, ob wir in Deutschland etwa keine wichtigeren Probleme haben. Interessant war immerhin der Faktencheck, der nur eine Tatsachenbehauptung der Gender-Gegner prüfen konnte: Die eine Seite hat sich offenbar nicht damit aufgehalten, überhaupt Tatsachen zu behaupten (außer einer nachweislich falschen)…

Im Folgenden ein paar kurze Thesen zum Thema:

1. Wenn das Geschlecht von Ampelfiguren wirklich egal wäre, würde auch niemand einen Wirbel drum machen, wenn Ampelmännchen zu Ampelweibchen werden.

2.Dass es gegenüber (fast) jedem Problem ein „wichtigeres“ Problem gibt, ist kein Argument dafür, das „kleinere“ Problem stehen zu lassen.

3. Dass ein Problem der „Mehrheit“ egal ist, macht es nicht kleiner.

4. Genderforschung ist ein Forschungsbereich, bei dem man anscheinend stolz darauf sein darf, keine Ahnung davon zu haben und den man im selben Atemzug außerdem als Unsinn abtun darf. Versuch das mal mit Maschinenbau.

5. Es schränkt mich in keiner Weise ein, wenn irgendjemand, den ich vermutlich sowieso nie treffen werde, lieber „Proffesix“ als „Professorin“ genannt werden will.

6. Dass wir Auffassungen nur „Ideologie“ nennen müssen, um sie abzulehnen, können nur Leute glauben, die annehmen, es gebe ein vollständig ideologiefreies Denken.

 

Ein Gedanke zu „Nachwort zum Ampelweibchen

  1. FreeYourGender`s Kommentar wäre zu lang – > daher der LINK
    Bei Minute 26 wurde sogar durch die Bild-Schlagzeileneinblendung Transphobie salonfähig gemacht im öffentlich rechtlichen Staatsfernsehen
    Der Underdogjournalismus der BILD musste auch herhalten,
    um Gender-Bashing zu legitimieren, Anne Wizorek hat brilliert und die Täter vorgeführt – sie hat 100 Jahre Frauenbewegung gerettet >>>
    http://www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=331&t=671&p=1199#p1166

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