Archiv der Kategorie: Gerechtigkeit und Eigentum

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Zwangsversteigerungen – eine unwürdige Veranstaltung?

Heute bin ich bei Facebook über eine hochinteressante Frage gestoßen: Darf man Dinge kaufen,  die nach einer Zwangsvollstreckung versteigert werden? Nutzt man damit nicht die hilflose Lage einer anderen Person aus? Oder anders, mit Kant formuliert: Benutze ich den Menschen in der Notlage nicht als „bloßes Mittel“ zum Zweck meines Vorteils, ohne auf seine Würde Rücksicht zu nehmen? Zwangsversteigerungen – eine unwürdige Veranstaltung? weiterlesen

Der Steuerzahler in der Zwangsjacke

„Steuern sind mit Zwangsarbeit gleichzusetzen“. Robert Nozicks Kritik an der staatlichen Umverteilung von Eigentum hat es in sich. Seine Argumentation baut auf der liberalen Eigentumstheorie John Lockes auf: Daraus, dass ich mir selbst gehöre, folgert Locke, dass mir auch meine Arbeitskraft gehört. Wenn ich meine Arbeitskraft mit Dingen der Natur vermische, so Locke weiter, dann steckt im Produkt etwas, das auf jeden Fall mir gehört – deswegen gehören mir auch die Ergebnisse meiner Arbeit. Der Steuerzahler in der Zwangsjacke weiterlesen

Warum gibt es Eigentum?

Der Häuptling, der Philosoph und der Tomatensaft

„Wie könnt Ihr den Himmel, die Wärme der Erde kaufen, oder verkaufen? Dieser Gedanke ist uns fremd. Uns gehört weder die frische Luft, noch das schillernde Wasser. Wie wollt ihr sie kaufen?“

Diese poetischen Worte werden dem Sioux-Häuptling Seattle zugeschrieben, dem der US-Präsident, der „große Häuptling in Washington“, vor eineinhalb Jahrhunderten Grund und Boden abkaufen wollte. Auch wenn Seattle diese Worte so wahrscheinlich nie gesagt hat, werfen sie ein interessantes Problem auf: Wie kommen Menschen überhaupt dazu, einen Teil der Natur als ihr Eigentum zu betrachten?

Tiere haben anscheinend kein Eigentum. Wenn sich ein Löwe die Gazelle „reißt“, wird sie zwar „sein“ Futter. Trotzdem würden wir kaum behaupten, der Löwe hätte in diesem Fall Eigentumsrechte erworben. Die (tote) Gazelle „gehört“ ihm nur genau solange, bis er vom nächsten Raubtier verjagt wird. In der sogenannten Zivilisation scheint das anders zu sein: Wenn ein Ding mein „Eigentum“ ist, habe ich ein Recht darauf, dass mir dieses Ding nicht ohne weiteres weggenommen wird. Aber woher kommt dieses Recht überhaupt? Was unterscheidet mich vom Raubtier aus dem eben gewählten Beispiel? Warum gibt es Eigentum? weiterlesen

Was ist eine „gerechte“ Verteilung?

Wann ist eine Verteilung von Gütern „gerecht“? Beim Aufschneiden des Kuchens auf dem Kindergeburtstag gilt meistens: Gerecht ist es, wenn alle das Gleiche bzw. gleich viel bekommen. In der Schule gilt das Prinzip aber schon nicht mehr: Wenn immer alle dieselbe Note bekommen, dann gibt es nicht etwa mehr Gerechtigkeit, sondern einfach nur sinnlosere Notengebung. Ein anderes Gegenbeispiel ist die Verteilung von Medikamenten: Die Welt wird nicht gerechter, wenn alle dieselbe Menge Aspirin bekommen. Denn nicht alle haben dieselbe Krankheit. Manche haben gar keine Krankheit – ihnen trotzdem Medikamente zu geben, wäre ungerecht, da die Medikamente anderswo fehlen würden. Was ist eine „gerechte“ Verteilung? weiterlesen